World of Whisky Mannheim: Besondere Drams, alte Freunde und neue Entdeckungen
World of Whisky Mannheim: Unser erster Besuch im Mannheimer Schloss
Zum ersten Mal waren wir bei der World of Whisky Mannheim dabei – und das gleich zur dritten Ausgabe der Whiskymesse. Schon die Location machte Lust auf den Besuch: Das Mannheimer Schloss bot aus unserer Sicht einen würdigen Rahmen für einen Tag voller Whisky, guter Gespräche und persönlicher Begegnungen.
Nachdem wir im Foyer unsere Verkostungsgläser erhalten hatten, begann unsere Whiskyreise auf der unteren Ebene. Lange dauerte es nicht, bis uns die ersten bekannten Gesichter begegneten. Einige hatten wir schon länger nicht mehr gesehen. Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude – und die ersten Gespräche ließen nicht auf sich warten.
Ein besonderer Auftakt: der „Farewell Dram“
Unser erster Dram führte uns an den Stand der Islay Cask Company. Dort ließen wir uns den sogenannten „Farewell Dram“ einschenken, hinter dem eine besondere Geschichte steckt.
Andreas Kreser, der frühere Director of Communication and Brand Development bei St. Kilian, vermählte zu seinem Abschied zwei seiner privaten Fässer mit einem ehemaligen Deanston-Fass der Islay Cask Company.
Bei den beiden St.Kilian-Fässern handelte es sich um ein ehemaliges Cognacfass, das im Oktober 2020 mit rauchigem New Make mit 80 ppm befüllt worden war, sowie ein Second-Fill-Oloroso-Sherryfass. Letzteres war im März 2021 mit mildem New Make belegt worden, hatte zuvor jedoch bereits rauchigen Whisky enthalten.
Das Ergebnis überzeugte uns mit einer fein ausbalancierten Raucharomatik. Oder ganz einfach gesagt: ein tolles Ding und ein gelungener Einstieg in den Messetag.
Da die Stände von St. Kilian und der Islay Cask Company direkt nebeneinanderlagen, blieben wir hier gleich länger hängen. Mit den ersten Drams und intensiven Gesprächen mit beiden Ausstellern war schnell mehr als eine Stunde vergangen.
Entspannte Atmosphäre und Begegnungen mit Leidenschaft
Anschließend ging es weiter durch die kleineren, gemütlichen Räume der unteren Ebene. Im oberen Bereich erwartete uns ein großer Saal mit weiteren Ausstellern. Hier wirkte alles großzügig angelegt. Das mag auch daran gelegen haben, dass wir am Freitag vor Ort waren und es angenehm überschaubar zuging.
Für uns war das genau richtig: genug Ruhe zum Probieren, Zeit für Fragen und immer wieder Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die ihre Begeisterung für Whisky gerne teilen.
Besonders in Erinnerung blieb uns die Unterhaltung mit Dr. Heinz Weinberger. Dem „Chemiker“ der Whiskybranche hätten wir noch stundenlang zuhören können. Sein Fachwissen und seine Art, darüber zu sprechen, machten diesen Austausch für uns zu einem echten Höhepunkt.
Glen Grant bei Villa Konthor und ein Wiedersehen bei Alba Import
Am Stand von Villa Konthor trafen wir Tim vom Whisky-Team „Churpfälzer Whiskyklatscher“ wieder, den Gewinnern des letztjährigen Whisky Cups.
Bei ihm genossen wir einen wunderbaren 13-jährigen Glen Grant. Natürlich waren der Austausch unsere beiden Erfahrungen mit dem ausrichten des Whisky Cups ein Thema. Einig sind wir uns, das es viel Freude macht, aber man das nicht jedes Jahr haben muss. 🙂
Wie fast immer führte uns unser Weg auch zu Alba Import – und wie so oft wurde daraus ein längerer Aufenthalt. Natürlich spielt die hervorragende Whiskyauswahl dabei auch immer eine große Rolle. Mindestens genauso wichtig sind für uns aber auch die enthusiastischen und freundlichen Menschen dahinter.
Silke Nickel, Dietmar Schulz und Dirk Ehlig-MacLeod begegnen wir immer wieder gerne. Solche persönlichen Kontakte machen einen Messebesuch für uns zu mehr als einer reinen Verkostungsrunde!
Hier gefiel uns unter anderem eine Abfüllung des unabhängigen Abfüllers A.D. Rattray sehr gut. Ein Auchentoshan 14 Jahre 1st Fill Bourbon Cask Strength mit 55,8% Vol.
Alba Import vertritt auf dem deutschen Markt hauptsächlich Whiskymarken von eher kleinen unabhängigen, handwerklich und traditionell geprägten Brennereien, die aus eigenem Antrieb und mit Leidenschaft Whisky machen. Es gibt keinerlei Marken im Portfolio die von großen Konzern ferngesteuert werden. Hier gibt es noch echtes Handwerk ins Glas.
Dazu gehören unter Anderem, Bladnoch, Wolfburn, The Clydeside Distillery und sogar ein Whisky aus der Bretagne, dem Armorik.
Unsere Entdeckungen beim Brühler Whiskyhaus
Das Brühler Whiskyhaus war mit Friedel Schmitzy und seinem neuen Kollegen vertreten. Die Abfüllungen der Reihe „Dreams of Scotland“ fallen mit ihren ausgefallenen Etiketten schnell ins Auge. Dahinter steckt aber nicht nur eine schöne Aufmachung, sondern auch eine spannende Auswahl unterschiedlicher Whiskys.
Uns gefiel an diesem Tag besonders ein 16-jähriger Macduff mit einem Rioja-Red-Wine-Octave-Cask-Finish und ein 15 Jahre alter Irisher Whisky, mit einem Finish in zwei Madeira Octave Csaks. Dies waren zwei Abfüllung, die uns an diesem Tag auch sehr positiv in Erinnerung geblieben sind.
Ardnamurchan: Zwei Kandidaten für die nächste Messe
Am Stand von Thilo Marquard, von Kaspar Spirituosen aus Essen und Importeur für Whiskys von Ardnamurchan und Adelphi, weckten zwei Abfüllungen unser Interesse:
Der Ardnamurchan AD/Heritage Barley Release – Golden Promise – Unpeated – Bourbon Barrel Maturation und
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Der Ardnamurchan AD/Tokaji Cask Release – Unpeated – Highland Single Malt Scotch Whisky
Whiskys aus dem Hause Ardnamurchan stehen im Allgemeinem für hohe Qualität.
Probiert haben wir beide an diesem Tag allerdings noch nicht. Das haben wir uns für die Aquavitae in Mülheim vorgenommen. Schließlich kann – und muss – man auf einer Whiskymesse nicht alles verkosten. Manchmal reicht es auch, mit einer kleinen Merkliste für das nächste Mal nach Hause zu gehen.
Eine Pause mit Tapas und Pale Ale
Zwischendurch brauchten wir mal eine kleine Stärkung und eine Pause vom Whisky.
Im Außenbereich gab es verschiedene gastronomische Angebote. Wir entschieden uns für Tapas und ein Pale Ale, das mit seinem frischen, zitronigen Geschmack eine willkommene Abwechslung bot.
Einfach kurz durchatmen, etwas essen und die bisherigen Eindrücke sacken lassen – auch das gehörte für uns zu diesem Messetag dazu.
Eine Barde untermalte diese Pause mit Gitarre und keltischen Gesängen. Die Stimmung war nahezu perfekt.
Unser Fazit zur World of Whisky Mannheim
Über diesen Tag könnten wir vermutlich noch einige Seiten schreiben. Was uns besonders gefallen hat, war die Mischung aus stimmungsvoller Location, entspannter Atmosphäre, interessanten Whiskys und vielen persönlichen Begegnungen.
Die World of Whisky Mannheim war für uns nicht nur eine Gelegenheit, besondere Abfüllungen zu probieren. Vor allem war sie ein Ort zum Wiedersehen, Kennenlernen und Fachsimpeln.
Unser erster Besuch hat uns jedenfalls viel Freude gemacht. Vielleicht sind wir bei der vierten Ausgabe im nächsten Jahr wieder dabei. Lust darauf hätten wir!


